Die „Wilde Küste“ wird sie genannt, auf spanisch Costa Brava. Sie erstreckt sich von der französischen Grenze, an der spanischen Mittelmeerküste entlang, bis fast nach Barcelona. Ein etwa 200 Kilometer langer Küstenstreifen also, der für unzählige Urlauber jedes Jahr der Ort ist, an dem sie ihre Sommerferien verbringen.
Doch das Patronato de Turismo, das Tourismusbüro der Costa Brava, sieht das wohl nicht so eng, nach dem Motto Strand ist Strand, könnte die Costa Brava auch irgendwo am Atlantik liegen, zum Beispiel auf einer der Inseln im Indischen Ozean. Jedenfalls veröffentlichten sie zu Werbezwecken ein Foto, das eindeutig auf den Bahamas aufgenommen wurde. Als eine spanische Zeitung diesen Fauxpas aufdeckte, war der lapidare Kommentar, dies sei „nur symbolisch gemeint.“
Dabei gibt es eigentlich keinen Grund, warum sich die Costa Brava verstecken sollte, denn auch hier an der wilden Küste Spaniens kann man noch genügend Fotos schießen, auf denen deutlich zu erkennen ist, warum einst Federico Garcia Lorca oder Marc Chagall sich in die Strände der Costa Brava verliebten. Allerdings muss man diese Stellen inzwischen wirklich suchen. Wir fuhren mit einem Mietwagen von Barcelona aus an der Küste entlang und fanden auf Anhieb einige wunderschöne Plätze. Das war dem katalanischen Tourismusbüro wohl zu anstrengend.

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